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Letzte Änderung: 27.09.2010



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Tagebuch der Deutschen Damen-Rollhockey Nationalmannschaft in Alcobendas (Spanien)

Stand: 27.09.2010


Aufzählung rot Tag   1: 24.09.2010
Aufzählung rot Tag   2: 25.09.2010
Aufzählung rot Tag   3: 26.09.2010
Aufzählung rot Tag   4: 27.09.2010
Aufzählung rot Tag   5: 28.09.2010
Aufzählung rot Tag   6: 29.09.2010
Aufzählung rot Tag   7: 30.09.2010
Aufzählung rot Tag   8: 01.10.2010
Aufzählung rot Tag   9: 02.10.2010
Aufzählung rot Tag 10: 03.10.2010


Tag 1: 24.09.2010

Heute ist ein schöner Tag. Um 11.30 Uhr geht es los. Das Auto ist gepackt, jetzt noch Inken abholen und dann gemütlich nach Düsseldorf fahren. Treffpunkt ist ja erst um 14.30 Uhr am Lufthansa Schalter in der Halle A. Nicht zu vergessen, wir haben ja noch unser erstes Geburtstagskind. Franni ist die Glückliche und kann sich feiern lassen. Davon haben wir übrigens insgesamt vier Stück auf unserer WM-Reise (noch Maren, ich und Bibo). ;o)

Also, um 12.45 Uhr fahren wir (Gina & Jacques) dann bei Inken los. Alles läuft echt super, bis wir am Kölner Kreuz, kurz hinter Königsforst, ankommen. STAU. Ohne Stau wären wir genau pünktlich angekommen, doch jetzt war Improvisation gefragt. Wir entscheiden uns die A4 Richtung Aachen zu nehmen um Köln großzügig zu umfahren. Doch auch da, dass gleiche Spiel, überall Staus und zähflüssiger Verkehr. Jetzt wird es immer enger. Der Flug geht um 16.25 Uhr und das Navi zeigt Ankunft am Airport um 15.35 Uhr. Egal, Augen zu und durch. Telefonieren und Navigieren, alles zusammen.

Um 15.30 Uhr sind wir endlich da, Sachen aus dem Auto und jetzt noch schnell zum TUS fahren wo bereits das Taxi auf mich wartet. Sind ja nur 5 Minuten zum Airport, zum Glück! Beim TUS angekommen sehe ich das Taxi, doch kaum zu fassen. Es fährt einfach los. Ich gebe Lichthupe und drücke die Hupe wie verrückt doch der Idiot fährt los. Oh je, da hilft nur rennen! Raus aus dem Auto und los, ich habe ja ganz gut trainiert. Nach 1 Minute geht mir die Wade zu und das Rennen wird zur Qual, so ein Mist! Zum Glück hat Claudia inzwischen die Bordkarten am Automaten geholt, so war zumindest sichergestellt, dass wir alle auf dem Flug sind.

Nach ca. 5 Minuten bin ich endlich da. Nass geschwitzt und am Ende geben wir noch die Koffer auf und gehen zügig zum Gate. Doch dann, unfassbar. Der verdammte Flug hat Verspätung! Hätte ich das nur gewusst. ;o(

Bild Flughafen Düsseldorf Bild Flughafen Düsseldorf

Der Flug nach Madrid verläuft unspektakulär und auch unsere Mietwagen stehen bereit. Ab jetzt ist alles super. Die Stimmung ist genial, Mike hat uns bereits erwartet und so wie er erzählt haben wir auch diesmal wieder ganz tolle Häuser. So ist es dann auch. Eines mit Pool, das andere zweckmäßig und direkt daneben. Besser kann es eigentlich nicht sein.

Bild Unterkunft Bild Unterkunft Bild Unterkunft Bild Fahnenmeer

Nachdem dann auch endlich klar ist in welches Haus das Team einzieht werden die Betten gemacht und das Abenteuer WELTMEISTERSCHAFT 2010 kann beginnen.

Euer Teammanager Jacques



Tag 2: 25.09.2010

Erster Tag – Tag der Eröffnung

Die erste Nacht im "BandHouse" habe alle gut hinter sich gebracht! Außer Jenny, die wurde von Alpträumen heim gesucht...hehehe...

Unter strahlendem Sonnenschein und wolkenlosem Himmel sind wir mit einem leckeren und vielfältigen Frühstück in den Tag gestartet. Direkt im Anschluss durften wir das erste Mal unsere Hockeysachen packen – die erste Trainingseinheit stand an! Nach langer Fahrt durch die Prärie mit viel guter Musik sind wir in der WM Arena angekommen, in der wir in den nächsten Tagen unsere Siege feiern wollen.

Bevor wir den heiligen WM Boden betreten durften, tobten wir uns zunächst auf der Trainingsbahn aus. Nach einer Stunde rum zocken und kläppern haben wir die Halle gewechselt und absolvierten unsere Einlaufzeit. Mit gutem Eindruck und schon viel WM Stimmung fuhr ein Teil bereits zurück zum "BandHouse", während die andere Hälfte die Supermercados plünderte. An dieser Stelle müssen wir mal wieder Mister Jacques Fahrkünste hervorheben, der uns weitere Ausblicke auf verstorbene Wüstenlandschaften ermöglichte – Wir haben uns verfahren!!!

Nach gefühlten zwei Stunden zurück in unserer Villa, testeten wir direkt die Poolanlage und chillten auf den Sonnenliegen. Mit 10 riesen Einkaufstüten kam der Shoppingbus wieder und der angestaute Hunger konnte endlich mit einem reichhaltigen BBQ gestillt werden. Nach dem Essen hat Mike uns schonmal ein wenig auf das Portugalspiel eingestellt und positive Bilder und Erinnerungen vom letzten Jahr in uns erweckt.

Hoch motiviert und heiß aufs Rollhockey fuhren wir erneut zum WM Tempel. An der Halle angekommen wurden wir bereits sehsüchtig erwartet – wir waren zu spät. Trotz des Malheurs war die Eröffnungsfeier eine farbenfrohe Party. Spätestens als die deutsche Nationalhymne in unseren Ohren ertönte und in unsere Herzen drang, wussten wir, jetzt geht’s los!! Die WM war eröffnet!

Laura und Caro



Tag 3: 26.09.2010

Der Wecker klingelt um 8:30, aber ich bin schon längst wach. Endlich regen sich auch Laura und Tina neben mir und ich habe jemanden zum quatschen. Wenig später gibt es erst mal ein freundliches Wort vom Zimmer neben an: "Wenn ihr morgen früh wieder quatscht, dann...".

In Laufsachen geht es mit Jonas raus auf den Bolzplatz, wo uns ein feiner Gruß von Stephan aus der Ferne erwartet. Caro und Laura erklären uns unseren spielerischen Frühsport und wir stellen fest, dass wir es alle nicht so mit zählen und rechnen am morgen haben und so gibt es kein Siegerteam. Aber das macht ja auch nichts, wir sind ja eh EIN Team! Zurück an unseren "BandHouse" erwartet uns ein reichhaltiges Frühstück.

In der folgenden Freizeit folgen einige Spielerinnen ihrem Talent als Sängerin, während die anderen doch eher die ruhige Variante am Pool mit Buch und Canaster-Karten wählen. Ich für meinen Teil, lege mich nach einem glorreichen Canaster-Sieg im Team mit Jenny zur Ruhe. Um 15:00 Uhr werde ich zum Mittagessen geweckt. Unsere Crue hat uns Nudeln mit Gemüse gekocht und Inken achtet auch darauf, dass es uns nicht an Proteinen in Form von Würstchen fehlt. Danach geht es ins Trainerhaus zur Spielbesprechung und Martin beglückt uns zum Abschluss mit einen wunderschönen Videozusammenschnitt vom letzten Jahr.

Unglaublich nervös packen wir unsere Sachen und machen uns auf den Weg zur Halle. Diesmal ohne Stau kommen wir überpünktlich an. Während die anderen noch ein wenig in der Halle sitzen, mache ich mit Christina einen Spaziergang durch die Gänge. Umziehen und warm machen. Wir sind sichtlich angespannt, aber die Stimmung ist gut. Es ist vielleicht das wichtigste Spiel der gesamten WM, den mit einem Sieg über Portugal könnten wir Gruppenerster werden. Andererseits haben wir auch nichts zu verlieren, denn es ist schon ein paar Jahre her, dass wir den Sprung ins WM-Halbfinale geschafft haben.

Anpfiff: Wir sind hoch motiviert und finden gut ins Spiel. Schon nach drei Minuten stolper ich durch den portugiesischen Strafraum und Tor... Laura steht vor mir und schreit mich an!!! 1:0. Nur 10 Minuten später ist es eben diese Laura, welche uns mit einem sauberen Schuss in den Winkel im Alleingang das 2:0 verschafft. Wir machen weiter Druck, aber auch Portugal ist mittlerweile wach geworden und kommt immer häufiger zu Chancen, aber Christina ist heute einfach die Beste! Doch dann passiert es doch noch, 2:1 noch vor der Pause. Egal, weiter geht’s.

In der zweiten Halbzeit macht Portugal die Räume gut zu und na ja... bla, bla...2:2. Penaltyschießen. Christina hält einfach alles und die letzte Portugiesin heult schon bevor sie geschossen hat, aber eins nach dem anderen...denn zuerst war ja Gina dran. Sie ist unsere dritte Schützin, schießt: TOR!!! Während wir zu ihr stürmen, bricht sie sofort in Freudentränen aus. Christina ist wieder dran und hält noch zwei Schüsse und wir haben mit Ginas Tor schon frühzeitig gewonnen. Alle denken es ist vorbei, aber nein. Der letzte Schuss muss auch noch absolviert werden. Ich bin dran: Tor! Wir gewinnen 4:2.

Was für Emotionen und unser Team an der Bande ist auch völlig erschöpft vom Mitfiebern und für Jonas war der WM-Einstand wohl der Horror. Abends dauert es noch ein Weilchen bis wir wieder runterkommen. Mit Laura, Claudia und Martin sitz ich noch draußen, verzehre meine Nudeln und dann ist doch endlich Schlafenszeit... Gute Nacht Deutschland!

Eure Maren